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Physik-Nobelpreis 2022: Quantenverschränkung – Teil 13

18. Sept.
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 22. Sept.

Physik-Nobelpreis 2022: Quantenverschränkung erklärt

Der Physik-Nobelpreis 2022:


Ein Blick hinter die Kulissen

der Quantenmechanik.

Im Jahr 2022 wurde der Physik-Nobelpreis an drei außergewöhnliche Wissenschaftler und ihre Teams verliehen: den US-Amerikaner

John F. Clauser, den Franzosen Alain Aspect und den Österreicher Anton Zeilinger.

Diese Pioniere haben sich durch ihre bahnbrechenden Forschungen im faszinierenden Bereich der Quantenmechanik, insbesondere mit dem mysteriösen Phänomen der „Verschränkung“, hervorgetan.


Das Rätsel der Verschränkung

Verschränkung ist eines der geheimnisvollsten und zugleich faszinierendsten Phänomene der Quantenmechanik. Es fordert unser Verständnis von Raum und Zeit heraus und lässt uns über die Grenzen der klassischen Physik hinausdenken. Theoretische Physiker mögen es als eine einfache mathematische Beschreibung abtun, doch die Vorstellung, dass zwei Teilchen über unvorstellbare Distanzen hinweg miteinander verbunden sind, ist für viele von uns beunruhigend. Was bedeutet es, wenn der Zustand eines Teilchens den Zustand eines anderen beeinflusst, selbst wenn sie Lichtjahre voneinander entfernt sind?


Ein Blick auf die Experimente

Wenn wir von Verschränkung sprechen, beziehen wir uns auf das Phänomen, bei dem zwei quantenmechanische Teilchen einen gemeinsamen Zustand einnehmen. Ein Beispiel sind verschränkte Photonen: Misst man die Polarisation eines Photons, kennt man sofort die Polarisation des anderen, unabhängig von der Entfernung zwischen ihnen. Es klingt fast wie Magie, eine direkte Verbindung zwischen zwei Teilchen und ein Informationsaustausch, der möglicherweise die Lichtgeschwindigkeit übertrifft. Albert Einstein selbst war skeptisch und äußerte: „Gott würfelt nicht“, was seine Überzeugung widerspiegelte, dass die Quantenmechanik unvollständig sei.


John Clauser: Der Pionier der Experimente

Der junge Physiker John Clauser war, ähnlich wie Einstein, skeptisch gegenüber der Quantenmechanik. In der Bibliothek seines Instituts entdeckte er die bahnbrechende Arbeit eines weniger bekannten Wissenschaftlers, die als Bell’sche Ungleichung bekannt ist. Diese Theorie versprach, den Konflikt zwischen Einstein und den „Vollblut-Quantenmechanikern“ zu klären. Mit brennendem Enthusiasmus führte Clauser sein Experiment durch, nur um zu entdecken, dass die Ergebnisse die Vorhersagen der Quantenmechanik immer wieder bestätigten. Die Idee der verborgenen Parameter musste aufgegeben werden, und Clauser musste sich schließlich mit der Quantenmechanik arrangieren.


Alain Aspect: Der Verfechter der Quantenrealität

Der zweite Nobelpreisträger, Alain Aspect, nahm die Herausforderung an, Clausers Experiment weiter zu verfeinern. Er schloss die letzten Schlupflöcher, die von den Befürwortern der verborgenen Parameter genutzt werden könnten, um ihre Theorie zu verteidigen. Mit seinen verbesserten Experimenten setzte er einen entscheidenden Meilenstein in der Quantenmechanik und festigte die Realität der Verschränkung.


Anton Zeilinger: Der Meister der Quantenanwendungen

Der Österreicher Anton Zeilinger hingegen konzentriert sich auf die praktischen Anwendungen der Verschränkung. Obwohl diese Technologien noch nicht im Alltag angekommen sind, gelang es Zeilinger und seinem Team, quantenmechanische Teilchen in Nullzeit über erhebliche Entfernungen zu teleportieren. Die genauen Mechanismen dahinter sind komplex und würden den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Interessierte finden jedoch auf YouTube unter diesem Video eine verständliche Einführung in das Thema. Zeilingers Spitzname, Mister Beam, ist eine amüsante Anspielung auf das Beamen aus „Raumschiff Enterprise“. Doch bis wir Menschen mittels Verschränkung transportieren können, werden wohl noch viele Jahre, Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte vergehen.

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